Alte Kiste, neues Leben

Das PK232 der Firma AEA, ein Multi-Mode-TNC (Terminal Node Controller) hatte seine Blütezeit in den 80 und 90er Jahren. Zu einer Zeit, als digitale Betriebsarten noch etwas Besonderes waren, bot dieses Gerät dem User die Möglichkeit, zusammen mit einem PC RTTY, AMTOR und ASCII zu machen.

An sich kann das PK232 mit einem Terminalprogramm gesteuert werden. Man tippt also alle Befehle direkt ein, aktiviert die Betriebsarten und führt ein QSO. Leider ist das aber auf einem Terminal nicht wirklich ergonomisch: da tauchen dann Zeichen aus der Dekodierung gemeinsam mit TNC-Antworten auf Befehle auf und auch ein Status ist nur oberflächlich aus den LEDs am Gerät ablesbar. Aus diesem Grund hatte AEA ein spezielles Steuerprogramm im Angebot: PCPackRatt. Das besondere daran war der „Host Mode“. Dieser Modus etablierte eine kontinuierliche Kommunikation zwischen TNC und PC. Als User arbeitete man an einem funktionalen Screen mit abgestimmten Bedienelementen passend zur Betriebsart. Die direkte Steuerung des TNC übernahm der PC. So musste etwa bei RTTY nur eine Taste für Senden gedrückt werden und nicht ein Befehl eingegeben. Leider läuft diese Software nur auf alten Windows-Versionen bis XP und es gibt keine Steuersoftware für Linux oder MacOS. Gleichzeitig sind aber noch viele PK232 im Besitz von Funkamateuren, die es begrüßen würden, die einstige Wunderkiste wieder im modernen Umfeld verwenden zu können.

Gerhard, OE3GAS, ist Besitzer eines PK232, und er wünschte sich lange Zeit eine moderne Steuersoftware mit Host-Mode-Unterstützung. Anfang April dieses Jahres war es dann soweit: er begann mit einer KI eine „Vibe Coding“-Session und im Laufe dieser entstand „PK232PY“. Dieses Python-Programm bietet nun die wichtigsten Funktionen ausPCPackRatt, um das PK232 über RS232 und im Host-Mode zu steuern, solange am PC Python laufen kann. Damit kann dieses Programm auf Linux, MacOS und Windowssystemen verwendet werden.

Die Software ist auf Github veröffentlicht und aktuell noch in Entwicklung. Wer will, kann sich schon jetzt ein Bild über die Funktion und Möglichkeiten machen, indem er die Python-Skripts herunterlädt, die nötigen Bibliothen installiert und dann mit seinem PK232 arbeitet.

Ein besonderes Schmankerl ist die APRS-Funktion, die nun über das Programm realisiert wurde und den TNC zur Teilnahme am APRS-Verkehr ertüchtigt.

Hier noch ein Link zu einer penibel zusammengestellten „Historie“ des PK232, von Mitte der Achtziger bis heute.

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